Die Herztransplantation ist eine radikale, aber sehr effektive Methode zur Behandlung von schwersten und nicht mehr anders kontrollierbaren Herzerkrankungen. Die fortgeschrittene Herzschwäche stellt die häufigste Indikation dar. Neben der Transplantation eines Herzens von Organspendern besteht auch zunehmend die Möglichkeit zur Implantation eines "künstlichen Herzens" (sog. assist device), das auch über mehrere Jahre zu einer deutlichen Steigerung der Herzleistung führen kann. Dennoch ist in vielen Fällen die Transplantation die beste Lösung und kann zu einem fast normalen Leben führen. Leider fehlen gerade in Deutschland ausreichend Spender. An dieser Stelle muss daher gerade trotz der vergangenen Skandale im Bereich der Transplantations-Medizin dringend um das Führen eines Organspendeausweises nach § 2 des Transplantationsgesetzes gebeten werden! Nähere Informationen finden Sie hierzu unter http://www.organspende-info.de.




Beispiel für assist device (hier: Fa. HeartWare)






Informationen für herztransplantierte Patienten

Nach erfolgreicher Transplantation eines gesunden und zu Körpergröße, Gewicht und Blutgruppe passenden Herzens kann der eingene Körper das neue Organ als "fremd" erkennen. Das Abwehrsystem (Immunsystem) versucht es daher in unterschiedlichem Maße zu bekämpfen. Die folge wäre eine Abstoßung des neuen Herzens mit Funktionsverlust. Das Immunsystem muss daher medikamentös unterdrückt werden (Immunsuppression). Die äußerst wirksamen Medikamente müssen regelmäßig eingenommen werden. Es ist wichtig, daß es zu keiner Unregelmäßigkeit bei der Einnahme der Medikamente kommt, Alkohol oder Nikotin müssen vermieden werden. Eine Nebenwirkung der Immunsuppression ist die verstärkte Anfälligkeit für Infektionen durch Bakterien, Viren und Pilze. Die größte Infektionsanfälligkeit besteht in den ersten sechs Monaten nach der Transplantation.

Die Einnahme aller Medikamente sollte nur nach genauer Planung mit den Ärzten der betreuenden, spezialisierten Herztransplantations-Ambulanz erfolgen!

In den ersten Monaten sollte täglich die Temperatur gemessen werden, da Fieber auf eine Infektion oder Abstoßung hindeuten kann. Blutdruck und Puls sollten protokolliert werden. Kontakt zu Menschen mit ansteckenden Krankeiten sollte gemieden werden. Ebenso sollte verschmutzte Nahrung gemieden werden. Über rohes Fleisch kannToxoplasmose übertragen werden. Über rohe oder halbgekochte Eier können Salmonellenerkrankungen entstehen. Auch von rohem Fisch und nicht verarbeiteten Milchprodukten ist abzuraten. Frische Nüsse (zum Teil auch in Müsli enthalten) sind häufig mit Erregern wie Aspergillen besiedelt. In Bezug auf Haustiere ist besonders der Kontakt zu Katzen zu meiden, da durch sie Toxoplasmose übertragen werden kann. Topfpflanzen sollten nicht im Wohn- und Schlafbereich aufgestellt werden, da in der Erde Pilze (z.B. Aspergillen) enthalten sein können, die zu schweren Lungenentzündungen führen können. Daher sind auch von Gartenarbeit und der Nutzung einer Biotonnen abzuraten. Von Schwimmen und Saunen wird zu Beginn abgeraten. Eine gute Mundhygiene ist wichtig. Durch die künstliche Immunschwäche können Infektionen mit Erregern wie Herpes-Viren oder Pilzen leichter auftreten. Diese müssen gemeldet und behandelt werden. Vor zahnärztlichen Eingriffen ist meist eine Antibiotika-Prophylaxe notwendig, da im Mund viele potentiell gefährliche Bakterien zu finden sind.

Regelmäßige Kontroll-Untersuchungen (Körperliche Untersuchung, Medikamentenspiegel, Infektionsparameter, Nierenwerte, Herz-Ultraschall, Herzkatheter, ggf. Muskel-Biopsien) werden durch die betreuuende Ambulanz vorgegeben und müssen strikt eingehalten werden.